Umwelt, Technologien und KI im Fokus

Die CNPD feiert den Internationalen Datenschutztag 2026

Wie jedes Jahr ist der 28. Januar der Internationale Datenschutztag in Europa und weltweit.

Die CNPD stellt nachhaltige Digitalisierung in den Mittelpunkt ihrer Jahreskonferenz

Die Nationale Datenschutzkommission (CNPD) organisierte am 28. Januar 2026 eine Konferenz zu den miteinander verknüpften Themen nachhaltige Digitalisierung, Datenschutz und verantwortungsvolle Innovation. Zu Beginn der Konferenz betonte die Vorsitzende der CNPD, Tine A. Larsen, wie wichtig es sei, die Grundsätze der Nachhaltigkeit in digitale Strategien zu integrieren und dabei die Grundrechte und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu wahren. Frau Larsen hob auch die Rolle der Datenschutzbehörden bei der Begleitung struktureller Entscheidungen zugunsten einer souveränen Digitalisierung hervor, die die Fähigkeit der europäischen Staaten und Bürger, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten, unterstützt. 

In dem ersten Teil des Vormittags wurden die Grundlagen der nachhaltigen Digitalisierung erläutert und ihre internationalen und europäischen Fundamente vorgestellt. Başak Bağlayan, Expertin für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln und Generalsekretärin der Nationalen Kontaktstelle der OECD, erläuterte, wie die OECD-Leitsätze multinationale Unternehmen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Daten anleiten. Anschließend gab Anne Calteux, Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Luxemburg, einen Überblick über den aktuellen Stand und die Agenda der europäischen Ziele im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Sie hob dabei die Kohärenz der europäischen Ambitionen in Bezug auf Daten und Nachhaltigkeit durch den Omnibus I hervor, der die Richtlinien CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) ändert, sowie den Digitalen Omnibus, der den Data Governance Act, den Data Act und den IA Act ändert. 

Die anschließende Podiumsdiskussion befasste sich mit möglichen Schnittstellen zwischen nachhaltiger Digitalisierung, Souveränität, Datenschutz und technologischen Innovationen wie Cloud Computing oder künstlicher Intelligenz. Die Beiträge von Jean-François Terminaux (Proximus Luxembourg SA), Sébastien Genesca (Post Telecom Luxembourg – DEEP), Arnaud David (AWS) und Sylvain Kubler (Universität Luxemburg – SnT) verdeutlichten die technischen, regulatorischen und energetischen Herausforderungen, die mit der Entwicklung ressourcenschonender digitaler Lösungen verbunden sind. Unter der Moderation von Cédrine Morlière, Beraterin des Kollegiums der CNPD, zeigte sich im Austausch, dass Datenschutz, Sicherheit, Souveränität und Nachhaltigkeit sich gegenseitig verstärken können, wenn sich die Akteure der rechtlichen und technischen Entscheidungen bewusst sind, die bereits bei der Konzeption der Infrastrukturen für die Speicherung und Verarbeitung von Daten zu treffen sind.  

Die zweite Podiumsdiskussion befasste sich mit den neuen Perspektiven, die sich durch die verantwortungsvolle Nutzung personenbezogener Daten im Dienste der nachhaltigen Entwicklung eröffnen. Gil Georges vom Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten stellte die Arbeit des Observatoire de la mobilité (Mobilitätsbeobachtungsstelle) vor, während Sébastien Faye vom Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) veranschaulichte, wie die Forschung eine wirksamere öffentliche Politik unterstützen kann. Isabelle Naegelen vom Umweltamt und Bert Verdonck, CEO des Luxembourg National Data Service (LNDS), zeigten, wie Daten zu einem besseren Verständnis der Umweltdynamik und zur Umsetzung nachhaltiger Strategien unter strikter Einhaltung des rechtlichen Rahmens beitragen können. Moderiert wurde die Sitzung von Victor Bojko, Beauftragter für europäische und internationale Beziehungen bei der CNPD.

Abschließend betonte Laurence Ponchaut, zertifizierte Expertin des Nationalen Instituts für nachhaltige Entwicklung und soziale Verantwortung von Unternehmen (INDR), dass der Übergang zu einer nachhaltigen Digitalisierung eine vorbildliche Datenverwaltung erfordert, die auf Transparenz, Verantwortung und kollektivem Engagement basiert. 

Prioritäten im Hinblick auf KI und Quantencomputer

Anlässlich des von der Restena-Stiftung und dem Digital Learning Hub organisierten „Data Privacy Day” präsentierte Alain Herrmann, Kommissar der CNPD, eine eingehende Analyse der Herausforderungen, die der rasante Aufstieg der künstlichen Intelligenz und das Aufkommen der Quantentechnologien für den Datenschutz mit sich bringen. In seinem Vortrag mit dem Titel „Main points of attention for data protection in the era of AI boom and emergence of quantum technologies” stellte er diese technologischen Entwicklungen in den Kontext eines streng regulierten Rechtsrahmen, in dem der Schutz der Grundrechte nach wie vor oberste Priorität hat.

Herr Herrmann ging auf die wichtigsten Herausforderungen im Bereich Datenschutz im Zeitalter der fortschreitenden künstlichen Intelligenz und der aufkommenden Quantentechnologien ein. Er wies darauf hin, dass der AI Act und die DSGVO auf unterschiedlichen, sich jedoch ergänzenden Ansätzen, beruhen, und dass Unternehmen nun beide Rechtsrahmen gleichzeitig beachten müssen. Diese Koexistenz schafft neue Herausforderungen für die Gouvernanz, insbesondere bei der kohärenten Definition von Rollen, Pflichten und Verbindlichkeiten.

Er betonte auch, dass die mit KI verbundenen Risiken über die reine Einhaltung gesetzlicher Vorschriften hinausgehen. Die europäischen Behörden beobachten bereits systemische Risiken, wie die Reproduktion sozialer Ungleichheiten oder unterschiedliche Leistungen je nach kulturellem und sprachlichem Kontext. Die Fähigkeit zur Schlussfolgerung, die unbeabsichtigte Speicherung von Daten in Modellen und die Risiken der Re-Identifizierung erschweren die Risikobewertung im Rahmen der DSGVO zusätzlich.

In seiner Ansprache betonte er auch die Notwendigkeit integrierter Compliance-Ansätze, um eine Fragmentierung zwischen dem AI Act und der DSGVO zu vermeiden, beispielsweise durch die Verwendung der DPIA als zentrales Dokumentations- und Bewertungsinstrument. Abschließend forderte Herr Herrmann, bereits heute die Herausforderungen zu antizipieren, die Quantentechnologien für die kryptografische Sicherheit und die langfristige Vertraulichkeit sensibler Daten mit sich bringen werden, insbesondere durch das Risiko des „Store now, decrypt later” (jetzt speichern, später entschlüsseln).

Er schloss mit dem Hinweis, dass KI und Quantentechnologien keine Bedrohung für den Datenschutz darstellen, sondern einen echten Härtetest, der das Vertrauen und die Robustheit der digitalen Governance wichtiger denn je macht.

Die Ursprünge des „Data Protection Day“ (Datenschutztag) 

Im Jahr 2006 beschloss das Ministerkomitee des Europarats, den 28. Januar zum Internationalen Datenschutztag zu erklären. Dieser Tag wird nun weltweit gefeiert. Er markiert den Jahrestag, an dem das Übereinkommen zum Schutz des Menschen bei der automatischen Verarbeitung personenbezogener Daten am 28. Januar 1981 zur Unterzeichnung eröffnet wurde.

Ziel des Internationalen Datenschutztages ist es, das Bewusstsein für die Herausforderungen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre zu schärfen und die Menschen über ihre Rechte zu informieren sowie darüber, wie sie diese ausüben können. Der Tag ist eine Antwort auf die wachsenden Herausforderungen einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt, mit dem Ziel, einen Raum für den freien Datentransfer zu schaffen und gleichzeitig das Menschenrecht auf Privatsphäre und Datenschutz zu wahren.

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