Die Nationale Kommission für den Datenschutz (CNPD) hat heute ihren Jahresbericht 2025 vorgestellt. Vor dem Hintergrund des Aufschwungs der künstlichen Intelligenz, neuer europäischer Zuständigkeiten und einer anhaltend hohen Aktivität setzte die CNPD ihr Engagement für einen wirksamen Schutz personenbezogener Daten im Dienste der Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und öffentlichen Stellen fort.
Stark steigende Aktivität
2025 bestätigte die zentrale Rolle der CNPD im luxemburgischen digitalen Ökosystem. Die Behörde erhielt 846 Beschwerden, was einem Anstieg von 40 % gegenüber 2024 entspricht, wodurch sich die Gesamtzahl der bearbeiteten Beschwerdefälle im Laufe des Jahres auf 1.909 belief. Sie beantwortete 623 schriftliche Anfragen, organisierte 36 Schulungen, bearbeitete 425 Meldungen über Datenschutzverletzungen und führte 59 Untersuchungsverfahren.
Die Beschwerden betrafen hauptsächlich das Auskunftsrecht (25 %), das Recht auf Löschung (22 %) und die Rechtmäßigkeit bzw. Konformität der Verarbeitung (21 %). Datenschutzverletzungen waren überwiegend auf menschliche Fehler (49 %), aber auch auf Cyberangriffe und Offenlegungen an unbefugte Empfänger zurückzuführen.
Die CNPD verabschiedete außerdem 16 Stellungnahmen zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen, insbesondere zu künstlicher Intelligenz, dem Data Governance Act und der elektronischen Kommunikation.
Wie die Vorsitzende der CNPD, Tine A. Larsen, betont: „Die Zahlen für das Jahr 2025 zeigen, dass der Datenschutz zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden ist. Unsere Aufgabe ist es, Orientierung, Rechtssicherheit und Vertrauen in einem sich ständig wandelnden digitalen Umfeld zu schaffen.“
Innovation fördern
Künstliche Intelligenz war 2025 ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit der CNPD. Die Behörde setzte ihre Sensibilisierungs- und Dialogmaßnahmen fort, insbesondere im Rahmen der Initiative Re.M.I. – Regulation Meets Innovation, und nahm gleichzeitig ihre neuen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Data Governance Act wahr.
Die CNPD setzte zudem die Entwicklung von Compliance-Instrumenten fort – mit der Genehmigung des ersten sektoralen Verhaltenskodex nach der DSGVO in Luxemburg sowie der Weiterführung ihrer Arbeiten im Bereich der Zertifizierung.
Laut Kommissar Alain Herrmann: „Datenschutz schafft Vertrauen und ist damit zugleich ein Motor für Innovation. Unser Ziel ist es, Organisationen dabei zu unterstützen, diese Anforderungen bereits bei der Konzeption ihrer Projekte zu berücksichtigen.“
Datenschutzkultur stärken
Die CNPD setzte ihre Sensibilisierungsmaßnahmen für verschiedene Zielgruppen fort, insbesondere durch die Schaffung des Dienstes Digitale Kompetenz, die Weiterentwicklung des an junge Menschen gerichteten Projekts Leonora sowie die Organisation von Workshops und Konferenzen.
Wie Kommissar Thierry Lallemang betont: „Datenschutz muss bereits bei der Konzeption von Projekten berücksichtigt werden. Die CNPD unterstützt diesen Ansatz mit unabhängiger juristischer Expertise.“
Eine zukunftsorientierte Behörde
Das Jahr 2025 war zudem geprägt vom Ausbau der Teams, der Einrichtung eines eigenen Dienstes für Knowledge Management sowie dem Amtsantritt von Florent Kling als neuem Kommissar.
Wie Kommissar Florent Kling betont: „Künstliche Intelligenz, die zunehmende Zahl von Datenaustauschen und neue europäische Rechtsvorschriften verändern die regulatorische Landschaft grundlegend. Die Herausforderung besteht darin, einen wirksamen Schutz personenbezogener Daten zu gewährleisten und gleichzeitig Innovation zu ermöglichen.“
Diese Entwicklungen ermöglichen es der CNPD, ihre Aufgaben auch weiterhin mit einem hohen Maß an Fachkompetenz, Unabhängigkeit und Qualität wahrzunehmen, um den wachsenden Herausforderungen im Bereich des Schutzes personenbezogener Daten gerecht zu werden.