Das Recht auf Dereferenzierung

Sie benutzen eine Suchmaschine (Google, Bing, Yahoo usw.) und finden bei der Eingabe der Kombination aus Ihrem Vor- und Nachnamen ein Suchergebnis, das falsch oder irrelevant ist?

Mit dem Recht auf Dereferenzierung können Sie von einer Suchmaschine die Löschung eines oder mehrerer Ergebnisse verlangen, die aufgrund einer Suchanfrage geliefert werden, die auf Ihrer Identität, d. h. Ihrem Vor- und Nachnamen, basiert.

Beispiele:

  • Sie möchten nicht mehr, dass über eine Suchmaschine auf Ihre alten Fotos zugegriffen werden kann.
  • Es werden Informationen über Ihre sexuelle Orientierung verbreitet.
  • Bei einer Suche mit Ihrem Vor- und Nachnamen finden Sie einen alten Lebenslauf.
Achtung, die Dereferenzierung löscht nicht die Information auf der Quellenwebseite

Es ist das Recht auf Löschung, mit dem man die Löschung der Daten auf der Quellwebsite verlangen kann. Der ursprüngliche Inhalt bleibt unverändert und kann weiterhin über andere Suchkriterien oder direkt über die Website, auf der die Information veröffentlicht wurde, abgerufen werden.

Wie können Sie Ihr Recht ausüben?

Um Ihr Recht auf Dereferenzierung geltend zu machen, müssen Sie sich an den Betreiber der betreffenden Suchmaschine wenden. Die meisten Suchmaschinenbetreiber stellen Online-Formulare zur Verfügung, mit denen Sie die Dereferenzierung eines Sie betreffenden Inhalts, der in der Ergebnisliste der Suchmaschine angezeigt wird, beantragen können.

Ihr Antrag auf Dereferenzierung muss die Webadresse (URL) des Ergebnisses enthalten, auf das sich Ihr Antrag bezieht, sowie eine Begründung für Ihren Antrag, aus der der Suchmaschinenbetreiber erfährt, warum Sie die Dereferenzierung des betreffenden Links wünschen.

Wenn der Betreiber begründete Zweifel an Ihrer Identität hat, kann er Sie auffordern, alle Dokumente beizufügen, mit denen Sie Ihre Identität nachweisen können, z. B. um Identitätsdiebstahl zu verhindern.

Das Recht auf Dereferenzierung is kein absolutes Recht

Dereferenzierungsanträge können abgelehnt werden. Die Gründe dafür sind häufig die folgenden:

  • Die Daten werden verwendet, um das Recht auf freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit auszuüben.
  • Die Daten werden verwendet, um eine Aufgabe im öffentlichen Interesse oder in Ausübung der offiziellen Autorität einer Organisation zu erfüllen.
  • Die verarbeiteten Daten sind für Zwecke der öffentlichen Gesundheit erforderlich oder dienen dem öffentlichen Interesse.

Wenn eine Suchmaschine angewiesen wird, die persönlichen Daten einer Person zu löschen, gilt dies außerdem nur für Ergebnisse, die in der Europäischen Union angezeigt werden, und nicht weltweit.

Welche Kriterien werden normalerweise von den Suchmaschinen bei einer Anfrage berücksichtigt?

Ihr Alter:

Waren Sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung minderjährig?

Ihr Bekanntheitsgrad:

Sind Sie im öffentlichen Leben aktiv?

Die Art der Inhalte über Sie, ihre Richtigkeit und ihre Quelle:

Handelt es sich um sensible persönliche Daten, z. B. Informationen über Ihre Gesundheit, Ihre sexuelle Orientierung oder Ihre religiösen Überzeugungen? Handelt es sich um Informationen, die von Natur aus öffentlich, beruflich oder privat sind? Handelt es sich um Gerüchte, die von einem einzigen Blog verbreitet wurden, um Hassreden, Verleumdungen oder um mehrere Presseartikel, deren Inhalt überprüft wurde?

Wie wurden die Informationen über Sie veröffentlicht?

Haben Sie sie selbst veröffentlicht? Wurden die betreffenden Inhalte zu journalistischen Zwecken veröffentlicht?

Auswirkungen auf Ihr Leben:

Stellt der Inhalt ein Hindernis für Ihre Arbeitssuche dar? Sind Sie durch die verfügbaren Informationen gefährdet (Identitätsdiebstahl, Belästigung, Stalking usw.)?

Möglichkeit eine Beschwerde bei der CNPD einzureichen

Wenn die Organisation Ihnen nicht antworten, diese Fristen nicht einhält oder Sie mit ihrer Antwort nicht zufrieden sind, können Sie über unser Online-Formular eine Beschwerde einreichen und dabei darauf achten, dass Sie Belege für Ihre bisherigen Schritte beifügen.

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